Der Weg zum leichten Trekkingrucksack – so geht's!

Das Gewicht wird kleiner, das Erlebnis größer 👍

Mit Ultraleicht Trekking geht’s gleich besser!

 

Das Thema Gewicht plagt einen beim Trekking bereits, bevor man den Rucksack überhaupt aufgesetzt hat. Machst du eine exakte Planung, wird jedes einzelne Gepäckstück gewogen und sauber in einer Excel-Tabelle notiert. Am Ende kommt dann eine ganze Menge zum Tragen zusammen. Besonders wenn man mit dem Trekking erst angefangen hat, lässt man nur ungern etwas zurück und hat wahrscheinlich noch nicht die ultra leichte Profi-Ausrüstung. „Das könnte ich ja mal brauchen …“ und ähnliche Sätze schwirren einem im Kopf herum, während man kritisch die vor sich ausgebreitete Ausrüstung betrachtet. Dabei kann man mit viel weniger auskommen, als man zu Beginn denkt. Zudem kann man auch einige Ausrüstungsteile durch Gegenstände aus der Natur ersetzen, wie beispielsweise Tarpstangen mit etwas dickeren, stabilen Stöcken. Damit du dir nicht alleine den Kopf nach einer Lösung zerbrechen musst, haben wir hier mal einige hilfreiche Tipps und Hinweise zusammengestellt, wie du dich vielleicht doch von dem ein oder anderen Stück trennen kannst und was du noch so tun kannst, um deinen Trekkingrucksack leichter zu machen 😊

Vorteile eines leichten Rucksacks

 

Wir wollen beim Ultraleicht Trekking so wenig wie möglich und so viel wie nötig mitnehmen. Das bringt dir sogar mehr Vorteile, als dir vielleicht im ersten Moment bewusst ist. Folgende positive Effekte hat das Reduzieren des Gewichts deines Rucksacks für dich:

 

  • Die Strecke kann mit einem leichteren Trekkingrucksack in kürzerer Zeit zurückgelegt werden
  • Du wirst merken, dass dein Fokus mehr auf der Landschaft liegt, und weniger auf dem Gewicht, das du tragen musst – dein Trekking-Erlebnis wird somit größer
  • Geringeres Gewicht ist besser für den Körper 👍 Du schadest sowohl deinem Ober- als auch deinem Unterkörper weniger
  • Auch holprigere Wege oder welche, bei denen du leichter hinfallen kannst, können besser bewältigt werden
  • In deinem Trekkingrucksack herrscht weniger Unordnung und du kommst leichter an einzelne Teile und Beutel heran
  • Es fällt dir leichter, auf Tour den Kopf frei zu bekommen 😊 Du bewegst dich weiter weg von dem Gebrauch vieler materieller Dinge und verschwendest weniger Gedanken an diese
  • Immer, wenn du das Gewicht noch etwas mehr reduziert hast, erlebst du ein kleines Erfolgsgefühl
  • Bist du den ganzen Tag gewandert, erholst du dich davon schneller wieder

Warum eine Packliste so sinnvoll ist

 

Auf eine Packliste sollte man besser nicht verzichten. Klar hat man nicht unbedingt Lust, die ganzen Gegenstände runter zu schreiben. Eigentlich will man ja einfach in die Natur raus und kann es wahrscheinlich schon kaum  abwarten. Du wirst aber sehen, diese Liste hat schon ihre Daseinsberechtigung 😄 Mit dieser kannst du nämlich schneller sehen, wie du dein Gepäck noch leichter bekommst. Sie ist also ein wichtiger Schritt in Richtung ultraleicht! Sie bringt dir aber noch mehr Vorteile: Du wirst die einzelnen Teile besser aneinander ausrichten können und schneller bemerken, wenn etwas doch nicht mit auf Tour muss, unnötige Last ist oder durch etwas Leichteres ersetzt werden kann. Ist es dann soweit, dass du deinen Rucksack packst, wirst du mit Hilfe der Liste auch weniger Zeit dafür in Anspruch nehmen müssen. Das ist vor allem dann besonders nützlich, wenn es mal spontan am Wochenende losgehen soll. Auf jeden Fall sinkt aber die Wahrscheinlichkeit, etwas zu Hause liegen zu lassen, fast auf null.

 

Wie erstellst du nun deine Packliste? 📝

Einige Trekking-Blogger stellen ihre Packlisten online, wo du sie dir anschauen und einige Basisausrüstungsgegenstände, wie beispielsweise Tarp, Schlafsack, Isomatte … übernehmen kannst. Möchtest du deine eigene Liste erstellen, kannst du dafür spezielle Tools verwenden. Ein Beispiel wäre LighterPack. Wenn du es richtig anstellst, kann dieses Tool dir einen tollen Überblick über deine Ausrüstung geben. Du hast die Möglichkeit mehrere Listen anzulegen, wie beispielsweise eine für jede größere Tour, die du unternehmen möchtest. In diese Listen trägst du einfach die Gegenstände ein, die mitkommen sollen. Zudem kannst du dir eine grafische Darstellung der Verteilung des Gewichts anzeigen lassen, wenn du dieses bei jedem Item mit angibst.

Hast du Excel auf deinem Laptop installiert, kannst du natürlich auch einfach dort deine Ausrüstungsgegenstände auflisten. Du kannst sie dir anschließend ausdrucken oder stattdessen in der Desktop-App abhaken, was du bereits eingepackt hast. Die zweite Variante ist allerdings umweltfreundlicher 😉

Das Gepäck wiegen und Gewicht verringern

 

Zwar macht es nochmal extra Mühe, aber nur wenn du jedes einzelne Gepäckstück gewogen hast und dessen Gewicht kennst, kannst du es durch ein Leichteres ersetzen. Deshalb ist das Wiegen, sowie das Erstellen der Packliste, ein essenzieller Schritt zum leichteren Rucksack. Das Ergebnis sollte dann auch anschließend in der Packliste ergänzt werden 🙂 Hast du noch keine passende Waage, kannst du dir eine Digitale für die Küche besorgen.

Besonders bei den schwersten Stücken, solltest du dir Gedanken darüber machen, ob du nicht noch eine leichtere Alternative besitzt. Zelt, Schlafsack, Isomatte und Rucksack bringen viel Gewicht auf die Waage. Fang bei diesen an und überlege dir, wie du sie leichter bekommst. Zusammen sollten sie nicht mehr als 3Kg schwer sein. Warst du bisher eher im Ausland unterwegs und bist es daher gewohnt, ein Zelt zu benutzen, solltest du auf ein Tarp umsteigen. Das wird dir einiges an Gewicht ersparen. Die Isomatte kannst du dir oftmals auch auf deine Größe zurechtschneiden (bspw. bei einer Evazote-Matte). Kauf dir einen Rucksack, der zur Kategorie Ultralight gehört. Diese sind schon so gebaut, dass sie weniger wiegen als andere Rucksäcke und kommen ohne unnötige Riemen und Taschen. Wenn du weniger Platz hast, wirst du gar nicht anders können, als die Ausrüstung, die du nicht wirklich brauchst, daheim zu lassen. Um deinen Rucksack vor Nässe zu schützen, kannst du einen sehr leichten Rucksack Liner nutzen. Dieser besteht aus Plastik, wird innerhalb des Rucksacks angebracht und hält dein Gepäck schön trocken 😊

Bei der Kleidung raten wir dir, sie in Schichten übereinander zu tragen. Wie viele du davon anhast, hängt dann von der Temperatur ab. Hast du durch die einzelnen Optimierungs-Maßnahmen weniger zu tragen, kannst du auch Schuhe anziehen, die nicht so schwer sind. Handschuhe, die eigentlich zum Arbeiten gedacht sind, schützen und wärmen deine Hände und sind zudem leicht. Behältst du auch in der Nacht deine Jacke an, muss dein Schlafsack auch nicht so dick sein, was wieder Gewicht reduziert.

Gegenstände, wie beispielsweise deine Zahnbürste, kannst du unproblematisch mit der Schere oder einer Säge einkürzen. Das hört sich zwar erstmal nicht nach viel an, jedes Gramm zählt jedoch und steuert zum Gewichtsverlust bei. Auch bei Zahnpasta kannst du auf eine leichtere Alternative umsteigen und zukünftig Zahnputztabletten bzw. -taps nutzen: Sie sind leichter und lassen sich dosiert einpacken, also bspw. 2 Taps pro Tag und Person.

Sobald man mal angefangen hat und etwas kreativ wird, fallen einem ein Haufen an Möglichkeiten ein, die das Gewicht Stück für Stück kleiner werden lassen.

Prüfe: Was hast du wirklich gebraucht?

 

Kommst du dann glücklich und erholt von deiner Tour zurück, solltest du dich abermals an deine erstellte Packliste setzen 😄 Hat man einmal damit angefangen das Gewicht der Ausrüstung zu reduzieren, fällt es schwer, nicht nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Betrachte jeden einzelnen Gegenstand, den du dir vor der Tour notiert hast. Welche hast du wirklich benutzt? Lagen manche möglicherweise die ganze Zeit nur unbenutzt im Rucksack herum und haben diesen damit unnötig schwerer gemacht? Genau diese solltest du dann löschen und einfach durchstreichen. Du wirst je nach Tour mal mehr mal weniger brauchen und manches ganz einfach nie. Es kann auch vorkommen, dass einer der anderen Gegenstände sich multifunktional nutzen lässt und ein anderes Ausrüstungsteil ersetzt. Es gibt einige Gegenstände, die mehr als einen Zweck erfüllen können. So kann ein großer Regenponcho auch als Tarp, Regenjacke und Rucksackregenhülle dienen. Ein Outdoormesser übernimmt auch die Funktion einer Säge und einer Axt, wenn du gut damit umgehen kannst und die nötigen Techniken beherrscht. Sobald du erstmal angefangen hast, danach zu suchen, wirst du bestimmt auch auf deiner Liste Ausrüstung dieser Art finden 😊 Mach einfach eine Art Spiel daraus. Die Belohnung ist natürlich weniger Gewicht bei der nächsten Tour!

Informiere dich zum Weg und packe vorausschauend

 

Jede weitere Information erleichtert für dich das Planen und Packen. Sieh dir daher vor der Wanderung den Weg an und wo dieser überall vorbeiläuft. Also ob du an Städten vorbeikommst oder länger im Wald läufst. Du wirst so erkennen können, was du für diese spezielle Strecke brauchst. Besonders lohnt es sich, im Voraus zu wissen, wo Wasserquellen liegen. Dein Trinken sollte bis zur nächsten Quelle reichen. Vermeide, mehr mitzunehmen, das sorgt ebenfalls für unnötigen Ballast.

Verzichte zudem auf Nahrung, die nicht getrocknet ist. Das enthaltene Wasser sorgt für mehr Gewicht. Am Anfang deiner Tour ist es klug die Nahrung zu verbrauchen, die am meisten wiegt. Achte auch darauf, dass du nur so viel Essen dabei hast, wie du auch wirklich brauchst. Siehe auf der Karte nach, ob du an einem Laden vorbeikommst und Nahrung nachkaufen kannst. Je nachdem kannst du dir einige Gramm an Nahrung sparen und später auf der Tour wieder welche besorgen. Genauso verhält es sich bei Brennstoff für deinen Kocher: Kannst du unterwegs Nachschub kaufen, dann nutze dies! Aber Achtung: Gaskartuschen und -kocher sind nicht weltweit genormt und könnten andere Verschlüsse haben als du benötigst (informiere dich also vorab darüber!).

Weitere Hinweise und Tipps

 

Bist du mit Freunden auf Tour, muss nicht jeder seine eigene Zahnpasta oder seinen eigenen Kocher etc. dabei haben. Diese könnt ihr gemeinsam benutzten. Du kannst auch Brennstoff sparen, wenn du dich nicht ganz an die Zubereitung auf der Verpackung hältst und stattdessen schon früher alle Zutaten zum Essen gibst. Ein echt cooler und schlauer Tipp ist, sich einen Teil der Ausrüstung, den man erst ab einem bestimmten Abschnitt der Wanderung benötigt, mit der Post zu zuschicken. So muss man diesen nicht unnötig mit sich herumtragen und kann sich zumindest für etwas länger das Gewicht sparen.

Deine Nikon oder Canon Digitalkamera muss übrigens auch nicht immer unbedingt mit. Dein Handy macht bestimmt auch super Schnappschüsse, die du dann zu Hause deinen Freunden & deiner Familie zeigen kannst. Verzichte auch auf schwere Unterhaltungsgegenstände. Bücher kannst du ja schließlich auch auf einem Kindle lesen. Oder stattdessen die lodernden Flammen des Lagerfeuers und den schimmernden Sternenhimmel als Abendprogramm nutzen.

Unser letzter Tipp für dich ist, dass du dir nicht zu viele Sorgen machen solltest, dass du doch noch etwas Wichtiges zu Hause gelassen haben könntest. Einiges lässt sich schließlich auch in der Natur finden.

Wir haben dir jetzt schon einige Tipps an die Hand gegeben. Möglicherweise fragst du dich auch gerade, wie du das alles bis zur nächsten Tour packen sollst. Ersetze deine schwerste Ausrüstung deshalb ruhig nach und nach. Das muss weder von heute auf morgen, noch alles auf einmal sein 🙂