Tarp Aufbauvarianten

Die vielen Seiten des praktischen Tarps

Tarp Aufbauvarianten für deinen Schutz bei Wind & Regen

 

Von Schrägdach bis A-Frame kann das Tarp je nach der Wetterlage unterschiedlich aufgebaut werden. Scheint beispielsweise die Sonne und du möchtest dich nur etwas gegen den Wind schützen, bietet die stabile Plane in schräger Lage den optimalen Schutz. Die Sonne kannst du dabei weiterhin genießen. Ziehen hingegen dunkle Wolken am Himmel auf und kündigen Regen an, wird das Tarp zum Rundum-Schutz vor dem bevorstehenden Schauer.

Wen das Tarp in so einer Situation schon mal davor gerettet hat, von Haut bis Haare komplett durchnässt zu werden (🙋‍♀️) kann bestimmt nicht aufhören, von den vielen Vorteilen des Tarps zu schwärmen. Uns geht es auf jeden Fall so! Wir gehen ja schließlich auf Trekkingtour, um die Natur zu genießen und nicht um uns von Wind & Regen einschüchtern zu lassen.

Damit auch du für alle Situationen gewappnet bist, stellen wir dir in diesem Artikel die bekanntesten Tarp Aufbauvarianten vor 😄

Vorteile eines Tarps

 

Besonders wenn der Wetterbericht dicke Tropfen vorhersagt, darf das Tarp im Rucksack nicht fehlen. Unter dem Tarp kannst du Schutz suchen, sobald ein kalter Wind weht oder du und deine Ausrüstung Gefahr laufen, vom Regen durchnässt zu werden. Doch nicht nur Nässe wehrt es ab. An besonders warmen Tagen kann dir das Tarp etwas Schatten bieten. Gerade weil es so vielseitig ist und auf die unterschiedlichsten Weisen eingesetzt werden kann, ist das Tarp dein Nummer eins Freund & Helfer auf der Trekkingtour 😉

Im Gegensatz zum Zelt darfst du dein Tarp in den meisten Fällen überall aufstellen. Dabei muss der Aufbau nicht länger dauern, als bei einem Zelt. Natürlich gibt es auch Plätze, an denen es nicht erlaubt ist, aber das sind bei weitem weniger! Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Tarp weniger wiegt. Du hast also nicht so viel zum Tragen und mehr Platz für andere Materialien. Man hat zudem unter dem Tarp nicht das Gefühl, die Natur komplett ausgeschlossen zu haben. Sobald man es ein paar Mal geübt hat, ist das Tarp auch einfach aufzubauen. Je nachdem, welche Variation des Tarps du nutzen möchtest, kann es mal länger, mal kürzer dauern. Ob pralle Sonne, kalter Wind oder starker Regen, mit dem Tarp bist du immer auf der sicheren Seite.

Was braucht man für den Aufbau?

 

Je nachdem, wie man es lieber mag und wie viel Erfahrung man mit dem Aufbau hat, variiert das benötigte Material. Anfänger sollten zunächst die Ausrüstung, die sie für den Aufbau verwenden wollen, mitnehmen. Bist du bereits ein echter Tarp Experte, kannst du natürlich auch das was du in deiner Umgebung findest zum Errichten deines Tarps nutzen. Ebenso solltest du dir davor überlegen, in welcher Form du dein Tarp aufstellen willst. Je nachdem kann es sein, dass du mehr oder weniger von dem genannten Material brauchen wirst.

 

Für alle, die Material mitnehmen, gehört folgendes auf die Packliste

  • Tarpstangen (Anzahl abhängig von der Tarp Variante)
  • Längere, stabile Schnur (Abspannleine oder Reepschnur)
  • Heringe (Anzahl abhängig von der Tarp Variante)

 

Für alle, die wenig Material mitnehmen, gehört folgendes auf die Packliste

  • Längere, stabile Schnur (Abspannleine oder Reepschnur)

 

Diese Materialien kannst du mit natürlichen Materialien ersetzen

  • Tarpstangen: durch Wanderstöcke, die du eh dabei hast oder Stöcke/ Äste bzw. Schnur, die an Bäumen o.ä. befestigt wird.
  • Heringe: können aus kleinen Ästen selbst geschnitzt werden oder Steine sowie große Äste nutzen.
Tarps auf Trekkingplatz bei der Trekkingtour im Schwarzwald Aussicht aus dem Tarp am Trekkingplatz am Morgen Aufbau eines Tarps zur Übernachtung auf dem Trekkingplatz

Welche Tarp Aufbauvarianten gibt es denn nun?

 

Schon gut, wir haben dich lange genug auf die Folter gespannt 😉 Nur ganz kurz noch ein paar Worte, bevor wir dir die verschiedenen Variationen vorstellen! Bei jeder Aufbauvariante kann es sein, dass du etwas mehr oder etwas weniger Material benötigen wirst. Falls du dir also besonders bei einer der aufwändigeren Tarp Arten denkst „Klasse, das mach ich auf meiner nächsten Trekkingtour!“ überleg dir genau, was du alles dafür mitnehmen musst. Es wäre zu schade, wenn du im Wald stehst und merkst, dass dir ein, zwei Heringe fehlen oder du eine Tarpstange zu wenig dabei hast. Teilweise gibt es auch gute Videos auf YouTube, in denen du dir nochmal im Detail anschauen kannst, wie ein Tarp auf eine bestimmt Art korrekt aufgebaut wird.

Es gibt Tarps in verschiedenen Formen. Die Plane ist nicht unbedingt immer viereckig, sondern kann auch wie ein Dreieck geformt sein oder wie ein Sechseck. Bei den Aufbauvarianten die wir dir vorstellen, handelt es sich allerdings immer um Traps mit vier Ecken.

Soooo, jetzt ist aber genug! Viel Spaß bei den folgenden Tarp Varianten 🙂

Das entspannte Einfache Schrägdach

Grafik Einfaches Schrägdach

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen eher einfachen Aufbau. Die Plane wird in einem schrägen Winkel oben und unten befestigt. Aus der Richtung, zu der deine Plane zeigt, kommt idealerweise der Wind, wodurch du vor diesem geschützt bist. Ansonsten bleibt das Tarp komplett offen, dadurch entweicht hier auch die Wärme. Gerade wenn deine Plane nicht so groß ist, bietet sich diese Aufbauvariante an.

 

Aufbau

Lege die Plane auf den Boden. An einer der breiteren Seiten machst du beide Ecken mit Heringen fest. Die gegenüberliegende, unbefestigte Seite wird mit einer Schnur an zwei Bäume geknotet. Solltest du keine Schnur dabei haben, kannst du jeweils eine Tarpstange an den zwei Ecken befestigen und so das Tarp anheben. Wenn du an der unteren Seite noch einen Graben gräbst, kann sich dort eventuelles Regenwasser sammeln.

 

Merkmale

  • Einfach
  • Leicht aufgebaut
  • Schützt vor Wind
  • Wärme entweicht

Das vor Regen schützende Verlängerte Schrägdach

Tarp über Hängematte mit Nummerierung der Knoten

Das verlängerte Schrägdach ist sozusagen eine Erweiterung des vorherigen Einfachen Schrägdachs. Anstatt dass die Plane nur in einem schrägen Winkel steht, wird ein Teil davon noch als Dach genutzt. Sollte es zu regnen anfangen, bist du damit besser abgeschirmt.

 

Aufbau

Um ein kürzeres, schräges Dach bilden zu können, benötigst du einen entsprechenden Teil der Plane. Dazu spannen wir parallel zur am Boden befestigten Seite ein Seil, das den Dachfirst bildet. Die Schnur wird wieder an Tarpstangen oder Bäumen festgeknotet. Nun lässt du ein paar Zentimeter des Tarps über die Schnur drüber hängen.  Zwei weitere Schnüre benötigen wir nun für das herabhängende Ende der Plane. Die beiden Ecken werden mit den zwei Schnüren gespannt und am Boden oder an niedrigen Ästen befestigt, so dass ein leicht angewinkeltes Dach entsteht.

 

Merkmale

  • Besitzt ein Dach
  • Schützt vor Wind & Regen
  • Ideal für Hängematten

Das Schrägdach mit Unterlage

wandern mit Zelt, Tarp

Wer gerne noch etwas Schutz vor dem Boden hätte, dem wird diese Variation bestimmt gefallen. Im Prinzip wird zu dem vorherigen Tarpaufbau noch ein Teil der Plane als Unterlage verwendet. Diese Tarp Aufbauvariante bietet dir die gleichen Vorteile wie das Verlängerte Schrägdach. Doch zusätzlich schützt du bei Schlafvarianten auf dem Boden deine Isomatte vor spitzen Steinen, Ästen, Nässe und Schmutz. Diese Variation lohnt sich natürlich nur, wenn du nicht vor hast, in einer Hängematte zu schlafen.

 

Merkmale

  • Besitzt Dach & Boden
  • Schützt vor Wind & Regen
  • Hält deine Isomatte sauber & trocken

Das schützende A-Frame

Tarp aufgebaut im A-Frame auf Lichtung im Wald

Das A-Frame sieht erstmal aus wie ein A-förmiges Zelt, besitzt jedoch nur zwei geschlossene Seiten, die sich gegenüber liegen. Die zwei weiteren stehen offen. Solange der Wind aus einer der Richtungen kommt, die abgeschirmt sind, schützt es dich vor dem Wetter. Kommt er jedoch von einer der Seiten, die offen stehen, kann es schnell ungemütlich werden und ordentlich durchziehen. Bei Sonnenschein müssen die Seiten nicht unbedingt am Boden anliegen. Du kannst das Tarp auch höher aufbauen.

 

Aufbau

Für den A-Frame bildest du in der Mitte mit einer Schnur oder zwei Tarpstangen einen Dachfirst und wirfst das Tarp darüber. So, dass an den offenen Seiten des Unterschlupfes eine A Form entsteht und das Tarp an beiden Seiten spitz zuläuft. Je nachdem, ob du Material dabei hast oder nicht, wird die Schnur wieder an Bäumen festgeknotet. Die Tarpstangen kannst du ebenfalls mit gespannten Schnüren stabilisieren. Die Ecken werden wieder mit Heringen gesichert.

 

Merkmale

  • Bildet ein Dach
  • Schützt vor Wind & Regen (Vorsicht Richtungswechsel des Winds!)
  • A-förmig

Das Doppelte A-Frame gegen starken Regen

A-Frame Tarp steht in einem Wald

Hier wird über das A-Frame Tarp ein weiteres gespannt. Dadurch hält das Doppelte A-Frame besonders gut starkem Regen stand und schützt dich vor diesem. Ansonsten besitzt es die Merkmale des normalen A-Frame Tarps.

 

Merkmale

  • Bildet ein doppeltes Dach
  • Schützt vor Wind & Regen (Vorsicht Richtungswechsel des Winds!)
  • A-förmig
  • Benötigt mehr Material als das A-Frame

Die Kröte gegen Witterung

draußen übernachten im tarp

Bei der Kröte sind fast alle Seiten geschlossen. Nur an einer Seite, die entgegengesetzt der Richtung zeigt, aus der der Wind kommt, bleibt das Tarp geöffnet. Zwei Stöcke oder Tarpstangen stützen die Plane so, dass innen ein Raum entsteht.

Freiluft Tipp: Persönlich raten wir euch zu dieser Variante, da sie euch, auch wenn der Wind mal die Richtung wechselt, noch sehr gut schützt. Zudem könnt ihr es euch darunter so richtig gemütlich machen 😊 Die ideale Variante für alle Tarp-Neulinge!

 

Aufbau

Bei dieser Variante werden alle vier Ecken des Tarps am Boden befestigt. Zuerst werden die beiden Ecken der kürzeren Seite (bei rechteckigen Tarps) befestigt. Und zwar so, dass diese in die Richtung zeigt, aus der es windet. Nun wird die Mitte der gegenüberliegenden Tarpseite hochgebunden – mit einer Tarpstange, Stöcken oder Schnur. Dort ist der Eingang in die „Kröte“. Anschließend befestigst du alle noch losen Ecken am Boden, sodass du einen schönen dichten Unterschlupf hast. Sorge für mehr Raum, indem du eine weitere Tarpstange hinten im Tarp anbringst oder von außen ein Seil spannst.

 

Merkmale

  • Schutz vor Witterung
  • Besitzt ein Dach
  • Bietet von allen Varianten den meisten Schutz

Größe des Tarps pro Person

 

Das Tarp sollte einige wichtige Voraussetzungen erfüllen. Natürlich muss es wasserdicht sein, damit dein Nachtlager bei Regen geschützt ist. Um das Tarp auf deiner Tour gut transportieren zu können, sollte es leicht sein. Für welche Form du dich entscheidest hängt davon ab, wie du das Tarp aufbauen möchtest. Unabhängig von der Form sollte es aber unbedingt genügend Befestigungsschlaufen besitzen. Um so mehr Schlaufen es gibt, desto einfacher gestaltet sich der Aufbau. Möchtest du eine Plane aus dem Baumarkt kaufen und nutzen, solltest du dir zuvor überlegen, wie du trotz fehlenden Schlaufen dein Lager aufbaust. Auch besonders wichtig ist die Größe deines Tarps. Je nachdem ob du alleine auf Trekkingtour gehst oder in einer Gruppe, solltest du eine kleinere oder größere Plane kaufen. Unterhalb des Abschnitts  findest du die Anzahl der Personen und die Größe, die das Tarp dementsprechend ungefähr haben sollte.

Einzelpersonen

Drei Meter auf zwei Meter

Paare

Drei Meter auf drei Meter

Zweier Paare oder Familien

Vier Meter auf vier Meter

Hilfreiche Tipps für den Aufbau deines Tarps 🏕

 

Ein Zelt haben die meisten von euch wahrscheinlich schon mal mit ihren Eltern oder Freunden aufgebaut. Es ist so gut wie jedem bekannt, ob aus dem Familien-Camping-Urlaub in Italien oder der Tour mit der Freundesgruppe, die man zum Abschluss gemacht hat.

Das Aufbauen Deines Tarps solltest du üben, bevor du dich damit auf Trekkingtour begibst. Achte darauf, dass du eine gerade Fläche mit genügend Platz und nicht zu harter Erde findest. Die hintere Wand deines Tarps wird dich später vor Wind schützen und sollte in entsprechende Richtung zeigen. Achte beim Aufbau darauf, dass dein Tarp nicht zu locker liegt, wenn du es im Boden sicherst. Um das von dir gewählte Nachtlager sollten sich stabile Bäume befinden, die du für den Aufbau nutzen kannst. Wer es noch etwas gemütlicher haben will, kann zudem zuvor noch nach weichen Blättern und ähnlichem suchen, um die Fläche etwas auszupolstern. Errichte das Tarp außerdem so, dass die Seiten unterschiedlich tief sind. Die Nässe fließt so von den Wänden herab.

Wenn du bei starkem Regen auf Nummer sicher gehen willst, kannst du einen kleinen Graben um dein Tarp buddeln, durch den das Wasser bei Niederschlag wegfließen kann.

Ein A-Frame Tarp steht in einem Wald Übernachtung im Tarp im Wald mit Familie Ein krötenförmiges Tarp steht in einem Wald

Fragen & Antworten zum Aufbau deines Tarps

 

Die geschlossene Seite des Tarps muss immer in die Richtung zeigen aus der der Wind kommt. Solange dieser seine Richtung beibehält, wirst du ihn nicht zu spüren bekommen.

Am besten so fest wie möglich. Denk daran, dass Wind und Regen auch nachts mal stärker werden können. Dein Tarp muss dem standhalten können, sonst bricht es später in sich zusammen.

Im besten Fall hast du dich schon vor dem Aufbruch entschieden, wie du dein Tarp spannen möchtest. So musst du nicht unnötig viel Material mitnehmen, das du am Ende gar nicht benötigst.

Die Gegebenheiten an deinem Lager können ebenfalls zur Entscheidung über die Tarpvariante beitragen: Bei wenig oder keinen Bäumen ist das A-Frame oder die Kröte einfacher aufzubauen. Sind stabile Bäume vorhanden, bietet sich das Schrägdach an.

Bau das Tarp immer lieber etwas zu schräg als zu gerade auf. Auf ebenen Flächen kann das Regenwasser nicht runterfließen. Zudem ist es bei starkem Wind so stabiler.

Bedenke ebenfalls die Größe deines Innenraums: Steilere Wände bedeuten weniger Innenfläche. Dein Schlafsystem und deine Ausrüstung sollten so unter dein Tarp passen, dass die Plane nicht berührt wird. Ansonsten werden Ausrüstung, Schlafsack und Co. vom Kondenswasser feucht.

Du musst für den Anfang nicht jeden einzelnen Knoten kennen. Mach dich zunächst mit einem oder zweien vertraut, die du oft verwenden kannst. Beispielsweise dem „Mastwurf“ und dem „Palstek“.

Untersuche die Fläche bevor du mit dem Aufbau beginnst. Ist der Ort ungeeignet, weil beispielsweise die Erde zu nass ist, musst du alles, was du bisher errichtet hast, wieder abbauen.

Leg gerne eine weitere Plane unter deine Isomatte, so wird diese nicht schmutzig. Die Plane sollte allerdings den Rand des Tarps nicht überschreiten, sonst fällt Regen auf diese.

Das Tarp lässt sich so putzen wie das Zelt. Du kannst es zudem mit Imprägnierspray behandeln. Achte unterwegs darauf, dass spitze Gegenstände wie Steine und Äste dein Tarp nicht beschädigen. Hat dein Tarp eine gute Qualität, wird es dich auch lange auf deinen Outdoor-Abenteuern begleiten.